Geschichte des Bogensports

Vom Werkzeug der Jagd zum Präzisionssport – ein kurzer Überblick.

Bogenschießen in der Vorzeit

Man vermutet, dass Pfeil und Bogen zwischen 150.000 und 50.000 Jahren alt sind und somit schon vor der letzten europäischen Eiszeit als Jagdwaffe dienten. Die Behauptungen stützen sich auf Funde von Pfeilspitzen und Felsbildern aus Höhlen. Sie entstanden vor wenigstens 15.000 Jahren. Der älteste noch existierende Bogen wurde 1944 in Dänemark gefunden. Er stammt aus der mittleren Steinzeit und ist ca. 8.000 Jahre alt.

Bogenschießen bei alten Kulturen

In den alten Kulturen des Altertums wurde der Bogen nicht nur als Jagdwaffe, sondern immer mehr auch als Kriegswaffe benutzt. Spätestens nach der Eroberung Asiens durch die erfolgreichen Bogenschützen der Skythen bildete sich der Bogen in der gesamten mittelöstlichen Welt als das beherrschende Kriegsgerät heraus.

Der Bogen als mittelalterliche Waffe

Obwohl auch Karl der Große im Jahre 800 n. Chr. das Bogenschießen in seine Armeen übernahm, blieb das klassische Land, in dem zu dieser Zeit Bogen geschossen wurde, England. In der Schlacht bei Hastings am 14. Oktober 1066 konnte Wilhelm I., Herzog der Normandie, aufgrund seiner guten Bogenschützen England erobern. Als Richard Löwenherz im 12. Jahrhundert die Armbrust einführte, verlor der Bogen als Kriegswaffe langsam an Bedeutung.

Allerdings, auch nachdem ab 1340 das Schwarzpulver seinen Einzug hielt, bildete der Langbogen als neuer Bogentyp noch über hundert Jahre die Grundlage für die Kriegserfolge der Engländer. Denn der Langbogen war der Armbrust dahingehend überlegen, dass er eine schnellere Schussfolge pro Zeiteinheit zuließ und ein geringeres Eigengewicht besaß. Die Einführung der Feuerwaffen Mitte des 15. Jahrhunderts markierte letztlich den allmählichen Verfall der Bedeutung des Bogens als Kriegswaffe.

Bogenschießen in der Neuzeit

In der Neuzeit kam der Bogen als Kriegswaffe zum letzten Mal bei einer polnischen Reiterabteilung im Jahre 1807 gegen Napoleon zum Einsatz.

Bogenschießen als Sport und Freizeitbeschäftigung

In England, dem Ursprungsland dieses Sports, entwickelte sich das Bogenschießen zu einer Sportart mit festen Regeln. Bereits 1583 fand in London ein Wettkampf mit 3.000 Bogenschützen statt und schon Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die ersten englischen Bogenclubs gegründet. Im 19. Jahrhundert kam das Bogenschießen als Sportart zunehmend in Mode, daher ist es wohl die älteste technische Sportart der Neuzeit. Der älteste deutsche Verein, die Hamburger Bogenschützengilde, entstand 1930.

Der Internationale Bogensportverband

Mit der Gründung der Fédération Internationale de Tir à l’Arc, kurz FITA, wurde 1931 der Grundstein gelegt, das Bogenschießen wieder zu den Olympischen Spielen als eigenständige Sportart zuzulassen. Dieser internationale Verband setzte sich durch die Initiative Polens, Frankreichs, Belgiens, Schwedens und der Tschechoslowakei zusammen. Heute sind mehr als 60 Nationen der FITA angeschlossen. Bogenschießen wurde zum Bogensport.

Im Jahre 2011 fand eine Umbenennung statt. Die Delegierten der FITA einigten sich auf die heute gültige Bezeichnung World Archery Ferderation (WA).